Begriff: Barrierefreies Bauen
Definition
Das barrierefreie Bauen bezeichnet die Planung und Errichtung baulicher Anlagen so, dass sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind. Barrierefreies Bauen betrifft Gebäude, Außenanlagen und Erschließungsflächen.
Erklärung
Barrierefreies Bauen ist eine normative und gestalterische Aufgabe in Architektur und Innenarchitektur. In Österreich bilden die ÖNORM B 1600:2023 und die OIB-Richtlinie 4 die zentrale Grundlage, wobei die Verbindlichkeit von Bundesland und Gebäudetyp abhängt. Die Planung betrifft vor allem Erschließung, Türen, Böden und Sanitärräume. Barrierefreiheit nützt einer sehr breiten Nutzergruppe im Alltag und in Übergangsphasen.
- schwellenlose Übergänge zwischen allen Räumen
- ausreichende Türbreiten und nutzbare Bewegungsflächen
- barrierefreie Badezimmer mit ebenerdiger Dusche
- erreichbare Schalter, Griffe und Bedienelemente
- Rampen, Aufzüge und sichere Handläufe
Relevanz in der Innenarchitektur
Barrierefreies Bauen ist für die Innenarchitektur wichtig, weil frühe Entscheidungen zu Türen, Bewegungsflächen, Badplanung und Bodenübergängen die spätere Nutzbarkeit direkt bestimmen. Früh geplante Barrierefreiheit erhöht Komfort, reduziert Umbauten und verbessert die Nutzungsqualität für sehr viele Menschen.
Was ist der Unterschied zum anpassbaren Bauen?
Barrierefreies Bauen schafft die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit ohne spätere Anpassungen. Anpassbares Bauen ermöglicht spätere Adaptierungen mit geringem baulichem Aufwand, ist aber nicht von Anfang an vollständig barrierefrei.